Bauen mit oder ohne Stroh

Michael Tanner | 11 November 2015
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Im Nordwesten der Insel wird ein Haus aus Stroh gebaut - ich würde an diesem Ort eher für eine “Voute Noubyienne” plädieren

An mehreren Vulkanen vorbei fahren wir Richtung Nordwesten.

Die zwei Bekannten von Daniel sind noch an der Arbeit. Wir begegnen Franco und Silvie als zwei liebe und fleissige Menschen und freuen uns sehr, dass sie uns ihre Baustelle zeigen.

Der Rieg des Hauses ist aus Holz gezimmert.

Die Wände werden mit Strohballen ausgekleidet.

Auf der Nordostseite sind zwei kleine Rundfenster und ein grosses rechteckiges Fenster in die Wand eingelassen.

Ein exotischer Garten umgibt das Haus. Ich sehe, wie viel Arbeit hier drin steckt…

Franco erzählt, wie er und seine HelferInnen das Haus ganz ohne Strom gebaut haben. Es seien fast ausschliesslich Handwerkzeuge zum Einsatz gekommen.

Das Paar lebt seit mehreren Jahren in der Jurte als Stube und Schlafraum und kocht im Wohnwagen.

Ich habe eine grosse Achtung vor der Arbeit und der baubiologischen Konsequenz dieses Paares. Soviel Respekt ich vor diesem Werk habe, so wenig kann ich verstehen, weshalb die beiden nicht Rohstoffe von hier verwenden. Die meisten Rohstoffe (Stroh und Kalk) wurden nämlich vom europäischen Festland importiert.

Da ich selber kein Haus gebaut habe, bin ich nur beschränkt qualifiziert, hier etwas zu beurteilen. Irre ich mich mit der Meinung, dass hier mit vulkanischem Material baubiologisch ähnlich gute Resultate erzielt werden könnten? Wenn ich auf Fuerteventura oder anderswo auf den Kanaren bauen würde, zöge ich bestimmt die “Voute-Noubyenne”-Bauweise vor. Die Voute-Arkaden sind geeignet, starke Temperatuschwankungen von Tag und Nacht auszugleichen. Es braucht dafür kein Stroh.

Thomas Granier aus St. Bauzille de Putois, Dep. Herault, hat mir diese Bauweise während meines Aufenthaltes in Südfrankreich zugänglich gemacht. Er leitet ein Hilfswerk in Burkina Faso wo Blechdach-Bauten mit “Voutes-Nubyiennes” ersetzt werden. Es werden BauarbeiterInnen ausgebildet, welche dann das Know-How weiter geben. Des Hilfswerks Website stellt ausführliche Anleitungen und Pläne für diese Bauweise kostenlos zur Verfügung.

Morgen werde ich einen gemütlichen Tag einlegen und mich am Freitag langsam auf die Weiterreise vorbereiten. Ich möchte gerne einmal Manuels Tanzauftritt sehen. Davon handelt der nächste Beitrag.


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