Rossbetreuung auf der Quinta

Michael Tanner | 26 Oktober 2015
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Meine Tante ist gestern, noch bevor ich aufgestanden bin, in den Süden gefahren. Sie braucht einen neuen Computer. So hüte ich während zwei Tagen ihr Pferd.

Die üblichen Aufgaben fallen an: Füttern, Misten, Striegeln, Hufe auskratzen, Begleitung auf die Weide. Wegen Regens war das Ross gestern nur zwei Stunden draussen - als es noch trocken war. Dann war es nass und neblig. Miri verhielt sich so, als ob ich jeden Tag bei ihr wäre. Sobald ich aus dem Haus getreten war, begrüsste sie mich bereits mit einem freundlichen Wiehern.

Heute ist das Wetter besser. So verbringe ich gar eine Stunde in der Hängematte. Im Buch von M. Scott Peck lese ich von seinen Situationen, wo sich der Autor in “echter Gemeinschaft” gefühlt hat. Dabei blicke ich zurück und erinnere mich an Gruppen-Situationen, wo ich mich in “echter Gemeinschaft” gefühlt habe. Ich werde diese vielen Situationen an dieser Stelle nicht erörtern. Doch stelle ich mir die Frage: Was braucht es für mich, damit ich mich in “echter Gemeinschaft” fühle. Ein wesentlicher Punkt für mich ist, mich authentisch äussern, Stärke und Schwäche zeigen dürfen, ohne dass dies zu einem Problem gemacht wird.

Echte Gemeinschaft findet dort statt, wo Konflikte möglich sind in einer Art, dass sie für die Anwesenden (und ich meine auch für die Abwesenden) keine Bedrohung darstellen. Dabei ist es gut, seine eigenen Werthaltungen, Bedürfnisse und Wünsche möglichst gut zu kennen und Mitteilen zu können. Die TZI (Themenzentrierte Interaktion) ist mir dabei behilflich, mich selber und die anderen besser kennen zu lernen. Kennen lernen ist für mich eine wichtige Art des Lernens. Meine These: Wer einander besser kennt, kann menschlicher miteinander umgehen.

Das Foto will nicht so recht zu meinen Gedanken passen. Es zeigt meinen Schatten. Sind mein Schatten und ich ein Team?

Abends kehrt meine Tante mit neuem Computer und Router aus der Algarve heim. Ich bin froh, ist sie wohlbehalten zurück. Beim Abendessen lausche ich ihren Erlebnissen. Nach dem Znacht steht die Internetverbindung wieder. Somit haben wir wieder einfacheren Kontakt zur Aussenwelt.


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